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Viele Lücken und Fehldeutungen!
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Interpretationshilfe Deutsch; THEODOR FONTANE: Effi Briest (Taschenbuch) Nachdem wir in unserer Klasse Effi Briest ausführlich besprochen hatten, und mehrere auch diese Interpretationshilfe hier kauften, ist die übereinstimmende Meinung, dass diese Interpretationshilfe nicht nur unvollständig, sondern auch teilweise fehlerhaft und in hohem Maße einseitig ist.
Die Autorin ist von der ersten Seite an in einer festen Interpretationsschiene, in der sie eine eigene Deutung aufbaut, die jedoch große (und wichtige) Handlungsaspekte schlichtweg ignoriert.
Dies beginnt bei der Zusammenfassung, die zwar übersichtlich und nach Kapiteln aufgebaut ist, aber schon hierbei wichtige Informationen auslässt oder teilweise schlicht verfälscht. Als Beispiel für die, die das Buch gelesen haben, soll genannt sein, dass die Autorin z.B. angibt, dass Instetten Effi davon überzeugen konnte, dass der Spuk etwas positives sei. Leider ist das einfach falsch, er versucht es, die beiden kommen aber zu keinem übereinstimmendem Ergebnis. Dies mag kleinlich erscheinen, aber das Spukmotiv ist eines der zentralen Motive des Buches und wird hier von der ersten Sekunde an verfälscht!
Die Autorin hat sich auch sofort darin verfahren, dass Effi konsequent in die Opferrolle dargestellt wird, wobei ihre (vorhandene!) Mitschuld völlig außen vorgelassen wird. Im gleichen Zug wird aber Instetten aller positiven Eigenschaften beraubt und die Autorin spricht Instetten sogar ab, Effi zu lieben, was mit ca. 5 Minuten Textarbeit an dutzenden Stellen widerlegt werden könnte! Instetten wird als bloßer (zudem kaltherziger und bösartiger) Täter dargestellt und lässt hieran keine Kritik zu. Die Gegenbeweise werden ignoriert und die Beispiele für seine Lieblosigkeit sind aus dem Kontext gerissen (Bsp.: Brief Effis an ihre Mutter nach den ersten Spukerlebnissen).
Nach der schon sehr ungenauen, teils falschen (!) und einseitigen Inhaltsangabe werden die Hauptpersonen charakterisiert.
Hier zeichnet sich ebenfalls sofort das selbe Muster wie in der Inhaltsangabe ab, die Personen werden zwanghaft von der Autorin in eine Persönlichkeitsstruktur gebracht, die so im Buch nicht vorhanden ist, wieder unterstützt durch fehlerhafte oder aus dem Kontext gerissene Zitate, die einen stark verfälschten Eindruck der Personen hinterlassen.
Die Motive:
Fontane hat das Buch mit unzähligen Motiven und Symbolen ausgestattet, die sich fast überall finden lassen. Die Autorin scheint hierzu nur mangelhaft fähig zu sein: Wichtige Vorausdeutungen werden ignoriert und auch aus der Inhaltsangabe ausgelassen, die Motive sind stark vereinfacht und ungenau dargestellt.
Die Benutzunt dieser Lektüre-"Hilfe" ist ein einziges Risiko, da sie jemanden, der noch keine ausreichendne Textkenntnisse hat, ihn prägender Weise auf Fehlinterpretationen leitet. Für jemand, der Textkenntnisse hat und sich einigermaßen mit Effi Briest auskennt, ist das Lesen sicher nicht so schädlich, da sich die haarsträubenden Fehler der Lektürehilfe dann von selbst offenbaren, sinnlos bleibt es dennoch.
Von diesem Buch ist in ALLEN Punkten abzuraten.
Ein Stern bekommt das Buch nur, weil man keine Null Sterne vergeben kann..
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 19. März 2007 |